Am Donnerstagnachmittag, den 09. Januar 2020, nahm sich der Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Herr Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Zeit für ein interessantes Unternehmen im Münsterland. Jüke Systemtechnik hat den ersten Innovationspreis Handwerk gewonnen. „Wir konnten uns in der Kategorie „Technologische Neuerungen“ mit dem Projekt „CHRONECT Quantos“, einem automatisierten System zur Umweltanalytik, Lebensmittelkontrolle, Medikamentenentwicklung, Drogenanalyse sowie zur Handhabung giftiger oder teurer Substanzen im Labor gegen die Konkurrenz durchsetzen.“, berichtet Heinrich Jürgens, Inhaber und Geschäftsführer von Jüke Systemtechnik aus Altenberge. Die Preisverleihung im November 2019 durch Minister Pinkwart weckte das Interesse des Wirtschaftsministers an Jüke, und so wurde der Besuch vor Ort in Altenberge vereinbart. Auch die für den Wahlkreis Steinfurt I zuständige Abgeordnete des Landtages Frau Christina Schulze Föcking nahm an dem Besuch teil.

Jüke ist bekannt für innovative Produkte und Verfahren in der Medizintechnik sowie der Analysen- und Labortechnik, die im Kundenauftrag entwickelt und produziert werden. „Wir machen unsere Kunden damit fit für die Zukunft und verschaffen ihnen einen Wettbewerbsvorteil am Markt.“, umreißt Martin Hovestadt, ebenfalls Inhaber und Geschäftsführer von Jüke, die klare Zielstellung bei der Umsetzung von Kundenprojekten und Eckpfeiler des Geschäftskonzepts von Jüke.

Beim Besuch bei Jüke wurden aktuelle Themen mit Minister Pinkwart diskutiert, die derzeit einen starken Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben. Wie zum Beispiel die Gewinnung von Fachkräften. Das ist in vielen Fällen eine Herausforderung für kleine und mittelständische Firmen, besonders im ländlichen Raum. Jüke muss als Hightech-Unternehmen gute Lösungskonzepte haben für die Rekrutierung von jungen Menschen für die Ausbildung und muss attraktiv sein für junge wie auch für erfahrene Ingenieure und Naturwissenschaftler für die Entwicklungsabteilung. Kooperationen mit den Schulen in der Region, enge Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen und Engagement in Netzwerken haben sich bei der Personalgewinnung bisher als Erfolgsfaktoren herausgestellt. Ein zweiter Aspekt im Themenfeld Mitarbeiter ist die hohe Treue zum Unternehmen. „Zufriedenheit, attraktive Arbeitsplätze, interessante, herausfordernde und abwechslungsreiche Aufgaben sowie die flache Hierarchie sind genau die Faktoren, die unsere Mitarbeiter schätzen. Fluktuation gibt es deshalb nur sehr wenig.“, erklärt Heinrich Jürgens dem Minister.

Als zuständiges Ministerium für das Thema Digitalisierung, interessierte sich Minister Pinkwart für die Ansätze und den Grad an Umsetzung bei Jüke. „Um komplexe Aufträge für Unternehmen aus der Medizintechnik und der Analysen- und Labortechnik nach heutigen Standards überhaupt bewältigen zu können, sind ein hoher Grad an Digitalisierung von Prozessen und durchgängig vernetzte Softwaresystem erforderlich.“, macht Martin Hovestadt deutlich. Anhand eines sog. Vernetzungsplans wurden Prozessschritte und die eingesetzte Software besprochen. „Eine so strukturierte Softwarelandschaft, die gewählten Ansätze sowie der Stand der Umsetzung und die Schulung der Mitarbeiter sind vorbildlich für ein mittelständisches Unternehmen dieser Größe.“, betont Minister Pinkwart.

Innovationsfähigkeit ist besonders für technologieorientierte Mittelständler zukunftsweisend. Einer der bei Jüke seit Jahres erprobten Ansätze ist die Kooperation mit Hochschule und Partnerunternehmen in Förderprojekten. „Die Forschungsinhalte in solchen Projekten halten uns auf dem Stand der Technik und führen uns an neue wissenschaftliche Erkenntnisse heran, die wir bei der Umsetzung von Kundenaufträge brauchen.“, beschreibt Dominik Fockenbrock, Leiter Entwicklung bei Jüke, die Motivation. Eine solide Förderberatung im Vorfeld und Unterstützung beim Finden der richtigen Kooperationspartner sind dann Leistungen, die Einrichtungen wie ZENIT mit Landesunterstützung anbieten. Eine finanzielle Förderung verringert das Risiko der Forschungspartner und beflügelt die Innovationsfähigkeit von Unternehmen. Minister Pinkwart sah bei den passenden Förderprogrammen und -maßnahmen die Hilfestellungen durch das Land. Wichtig ist dabei ein möglichst geringer Administrationsaufwand. „Jüke arbeitet durchschnittlich an 2-3 Förderprojekte in verschiedenen Themenfeldern der Medizintechnik oder Labortechnik gleichzeitig.“, sagt Dominik Fockenbrock.

Beim Rundgang durch die Firma erlebten Minister Pinkwart und MdL Schulze Föcking ein engagiertes Team in Fertigung, Montage, Logistik und Entwicklung und eine offene Atmosphäre im gesamten Unternehmen. Die Politiker lernten die chilenische Austauschstudentin Analuisa Pérez kennen, die über die Fachhochschule Münster ein mehrmonatiges Betriebspraktikum absolviert, hatten Gelegenheit, mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zu sprechen und konnten live erleben, wie sich die Digitalisierung bis auf einzelne Arbeitsplätze auswirkt und Prozesse schneller, transparenter und sicherer macht. Außerdem konnten beide mit Sophie Freermann sprechen, die im Herbst 2019 den ersten Platz im Bundeswettbewerb der Auszubildenden in der Systemelektronik gemacht hat.

  

In der Abschlussdiskussion wurden dann noch weitere Themen wie z.B. die Internationalisierung und insbesondere der Zugang zum chinesischen Medizintechnikmarkt, besondere Unterstützungsmöglichkeiten durch das Land NRW und auch Wachstumsstrategien für mittelständische Familienbetrieb tiefer diskutiert. Und es wurde vereinbart, im Gespräch zu bleiben und einen intensiven Kontakt zu halten. Die nächste Gelegenheit dazu wird sich im September zum 30jährigen Bestehen von Jüke geben. Aus Anlass des Jubiläums wird die gesamte Mannschaft unter anderem den Landtag in Düsseldorf besuchen und spätestens dort wieder mit den beiden Politikern zusammentreffen.

Bildrechte: Jüke Systemtechnik GmbH

Ansprechpartner:
Dr. Stephan Hüwel
Leiter Vertrieb und Marketing
E-Mail: s.huewel@jueke.de